US-Magazin bezeichnet Todenhöfer als Assad Propagandisten und Video als Fake!

Was nicht ins Weltbild passt muss allem Anschein nach zerstört werden. Sei es durch Bomben oder als Angriff auf die Integrität eines bekannten und für unsere Begriffe über jeden Verdacht erhabenen Journalisten. Nun trifft es Jürgen Todenhöfer, der in Syrien (wo sind all die anderen Journalisten) ein entlarvendes Interview führte. Es durfte daher nicht ausbleiben, dass das – im wahrsten Sinn der Wortes - Obama gesteuerte VICE-Magazin, Zweifel anmeldete und diese weiter schürt. Wenn da nicht die Unglaubwürdigkeit des Vice-Magazins wäre!

In diesem Beitrag geht es nicht um die Authentizität des in Frage stehenden Video-Interviews sondern um die Frage wie glaubwürdig kann das „Vice-Magazin“ sein? Speziell dann, wenn es um politische Berichte wie zu Syrien geht.

Schon die Überschrift des Artikels „Ist Jürgen Todenhöfer gefährlich naiv oder ein Assad-Propagandist?“ lässt Böses ahnen. Allein der Schreibstil des Redakteurs ist, tendenziös herablassend und wenig sachlich. Hier zwei Auszüge:


„Jürgen Todenhöfer hat es wieder getan. Nachdem der Ex-Abgeordnete und USA-Kritiker Anfang des Jahres mit einem Buch über den Islamischen Staat Aufsehen erregt hatte, das deutlich mehr Todenhöfer als Islamischer Staat enthielt, ist ihm schon wieder ein echter Coup gelungen. Der Deutsche hat einen Befehlshaber der „Jabhat al-Nusra“ in Syrien interviewt. Die Jabhat al-Nusra (JN) war lange Zeit der offizielle Zweig der al-Qaida in dem Land“ …

und

… „Die Enthüllungen sind auch wirklich unglaublich. Und sie passen vor allem einem Akteur im syrischen Bürgerkrieg gut ins Bild: Assad und dem syrischen Regime. Alles, was der vermeintliche Dschihadist von sich gibt, entspricht eins zu eins der Propaganda von westlich gesteuerten Söldnerbanden, die das Regime schon seit Jahren wiederholt. Und genau aus dem Grund äußern immer mehr Beobachter den Verdacht, dass das Video von vorne bis hinten gestellt sein könnte. Die Zweifler haben mittlerweile einiges zusammengetragen, das die Glaubwürdigkeit des al-Nusra-Kämpfers erheblich in Zweifel zieht.“

Es ist auch auffällig, dass man Todenhöfer zwar als „Ex-Abgeordneten“ bezeichnet, seine jetzige Tätigkeit als Journalist und / oder Autor im ganzen Beitrag aber nicht erwähnt und damit unter den Tisch fallen lässt. Warum wohl?

Es folgen fünf Punkte die beweisen sollen, dass das gesamte Interview ein Fake sei. „Beweise“ die weder überprüfbar noch belegbar sind, schon gar nicht über seichte Internetrecherchen die der Redakteur Matern Boeselager hier tätigte und eigentlich wiederum nur von anderen zusammentrug.

Der folgende Punkt 2. zum Beispiel beantwortet sich durch Punkt 5 möglicherweise von selbst:
2. Laut der (ehemaligen) Nusra-Front hat dieses Interview nie stattgefunden“
5. Warum zur Hölle sollte ein Nusra-Kommandeur so etwas erzählen?

Vielleicht war der Interviewpartner nur etwas redseliger als er sollte und durfte. Bei uns würde man das dann wohl „Whistleblower“ nennen.

Fakt ist, es steht Aussage gegen Aussage. Das Todenhöfer Assad 2012 interviewte, an dem kein Sender und keine Zeitung herum kam, sowie einen scheinbar guten Draht zum Präsidenten hat, was vom Mainstream von FAZ bis Spiegel „Juergen-todenhoefer-schmeichelte-sich-bei-syriens-assad-ein“ nicht goutiert wurde, dürfte nun mit diesem in Zweifel gezogenen Interview das Fass zum Überlaufen gebracht haben.

Was macht man also, man kratzt an der Glaubwürdigkeit des Delinquenten. Erst recht wenn durch Äußerungen des Interviewpartners unangenehme Wahrheiten, zwar nicht mehr ans Licht (das sind sie teilweise nämlich schon) kommen, aber zumindest bestätigt werden. Dass die USA diesen Krieg in Syrien vom Zaun brachen und ihn weiter am köcheln halten bis sie ihre Energie- und geostrategischen Ziele durchgesetzt haben, (Assad muss weg) liegt mittlerweile auf der Hand.

Nun wenden wir uns der eigentlichen Geschichte hin. Dazu muss man sich „vice.com“ etwas näher ansehen. Dokumentationen von VICE wurden im deutschsprachigen Raum im ZDF, SRF und auf RTL 2 gezeigt. Medienkooperationen ging VICE zudem unter anderen mit CNN MTV Spiegel Online und Zeit Online ein. 2013 beteiligte sich Rupert Murdoch über 21st Century Fox mit 70 Millionen Dollar (rund 52 Millionen Euro) an VICE, 2014 das Investmentunternehmen TCV und der US-amerikanische Privatsender A&E Network mit jeweils 250 Millionen Dollar.

Wie wir sehen ein Medienunternehmen mit weit verzweigten Verknüpfungen. Soweit so gut, nun aber wird es in der Person von Alyssa Mastromonaco richtig interessant. Ihre Karriere startete sie 2005, als Barack Obama Senator wurde. Von 2011-2014 war sie dann „Deputy Chief of Staff for Operations“„und wechselte 2015 „fliegend“ als „Chief Operating Officerzum VICE-Magazin. Womit wir die perfekte Verflechtung von Politik und Medien erhalten.
Die New York Times schrieb dazu:

„Vice Media, die News and Entertainment Group“, wird voraussichtlich am Montag verkünden, dass Sie „Alyssa Mastromonaco“, eine damalige Verwaltungsbeamte unter Obama, als deren neue Managerin für das operative Tagesgeschäft einstellen werde. Diese neue Einstellung signalisiert wie „Vice“, bekannt für deren rebellierenden Journalismus und die an der Grenze liegenden Artikel und Videos, auf der Suche nach einem neuen Level in Sachen Management strebt und somit in die nächste Wachstumsphase navigiert. Ms. Mastromonaco, welche offiziell im Januar beginnt, wird sowohl einen Einblick aller Tätigkeiten der Firma bekommen, als auch die Verantwortung für die Erweiterung des globalen Geschäfts übernehmen. „Vice Media“, wurde in Brooklyn gegründet, und startete vor 20 Jahren als ein kostenloses Magazin in Montreal und hat sich seitdem zu digitalen Nachrichten, Fernsehen und Film erweitert. Sie sind nun in 36 Staaten tätig.

Alyssa Mastromonaco’s Tätigkeit im Weißen Haus: „White House Deputy Chief of Staff (2011-2014)“ der „Stellvertretende Stabschef des Weißen Hauses“ ist der offiziell höchste Berater des Leitenden Beraters des Präsidenten. Das Büro liegt im westlichen Flügel und ist sowohl verantwortlich für die Sicherstellung der reibungslosen Bürokratie des Weißen Hauses, als auch andere Aufgaben, welche vom Stabschef aufgetragen werden. In manchen Verwaltungen, gibt es mehrere Stellvertrende Stabschefs mit verschiedensten Aufgaben. (Übersetzung: Marshall Lueger)

Es ist jedenfalls schwer vorstellbar das eine langjährige Mitarbeiterin der Obama-Administration, vorsichtig ausgedrückt, NICHT auch einen gewissen Einfluss auf redaktionelle Belange ausüben könnte.

 

Zum Redakteur Matern Boeselager sei noch anzumerken:
Die Unterstellung, die DWN vertreten eine gesellschaftsfeindliche Gesinnung, ist nach Ansicht der Rechtsabteilung, der Redaktion und des Verlags nicht durch das von den DWN stets verteidigte Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt. Es stellt den Tatbestand der Schmähung und der Rufschädigung dar, gegen die der Verlag der DWN rechtliche Schritte eingeleitet hat.

Gegen die zahlreichen sachlichen Fehler des von Matern Boeselager verfassten Artikels behält sich die Redaktion der DWN rechtliche Schritte vor. Der von Matern Boeselager aus dem Kontext als gesellschaftsfeindlich interpretierbaren Vorwurf an die DWN besteht darin, dass die DWN die Nato und die Berichterstattung der Bild-Zeitung zum Abschuss einer russischen Maschine durch die türkische Luftwaffe nicht Nato-freundlich analysiert haben.

Ob und was in weiter Folge geschah konnten wir nicht herausfinden und bei der DWN nachzufragen, sahen wir auch nicht wirklich der Mühe wert.

Quellen:
http://www.vice.com/de/read/juergen-todenhoefer-al-qaida-interview-fake
http://www.nytimes.com/2014/11/17/business/media/vice-hires-alyssa-mastromonaco-former-official-in-obama-white-house-as-top-executive.html?_r=1
http://www.marieclaire.com/politics/news/a7632/alyssa-mastromonaco-white-house/
https://www.facebook.com/JuergenTodenhoefer/videos/10154027075150838/
https://deutsch.rt.com/der-nahe-osten/41238-al-nusra-zu-todenhofer-usa-unterstutzen-uns/
https://de.wikipedia.org/wiki/Vice_(Magazin)
http://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/11/27/dwn-gehen-rechtlich-gegen-us-magazin-vice-vor/&ie=utf-8&oe=utf-8&client=firefox-b-ab&gws_rd=cr&ei=VQnuV7W0FIaxar62o5gB

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