Evolution auf der Strafbank

Im zwischeneiszeitlichen „Sommerloch“, zum Nixtun gezwungen… Die technologische Entwicklung überholt sich stündlich selbst. Die soziologische scheint sich sogar, man packe es ja nicht, zurück zu entwickeln – Rückschritt statt Fortschritt. Die Systemhalter in den Parlamenten aller Art tun alles für den Stillstand. Dafür lukrieren sie ihre Löhne. Sie sind entweder giergeil geworden, haben Angst vor Repressalien oder sind einfach schrecklich naiv bis gefährlich dumm.

Ihre beliebte rhetorische Floskel: „Alles sehr kompliziert. “ Nein, Freunde, es ist watscheneinfach, nur halt unbeliebt und abgelehnt! Blasphemie! Denn im Einfachen liegt nicht nur das Geniale, wie in der Kürze die Würze, sondern auch die Demaskierung der Demagogen aller Couleurs. Der Schelm bedient sich einer illustren, schnörkelreichen, irritierenden Sprache. Doch der politische Schelm hat sich selbst in der eigenen Sackgasse verstrickt. Und an Glaubwürdigkeit und Vertrauen voll verloren. Glauben diese Typen allen Erstens, sie können sich später hinstellen, Bestürztheit heucheln und erklären, sie oder er habe von allem nichts gewusst!

Vergleichende Verhaltensforschung. Als Sackgassen entpuppen sich so manche Abfahrten in ungewisses Gelände auf der evolutionären Innovationsautobahn.

Jede Spezies bringt solche Sackgassenentwicklungen hervor. Sie werden entweder bald zu toten Seitensträngen, Wege ohne Wiederkehr oder sie steuern den Evolutionshauptstrang in eine andere Richtung, oder teilen ihn. Bsp.: Afrikanischer Elefant : Indischer Elefant. Wenn beide sich einmal als Sackgassen – hoffentlich ohne unser Zutun – herausstellen sollten, bleiben immer noch die kleineren Verwandten, die Schweine aller Arten, übrig.

Ständig und unermüdlich probieren die hoch intelligenten Bausteine, die biologischen Zellen der Natur aus, wie weit sich Funktionalität und Anpassung in permanenter Korrelation mit dem Umfeld sich optimieren lassen. In ihrem „Testlabor“ sind sie gezwungen unwillkürlich, ideomotorisch zu selektieren und bedienen sich eines unermesslichen Repertoires an Variationsmöglichkeiten. Man darf nicht vergessen, dass jeder dieser genialen Bausteine auch für sich allein existenzfähig wäre. Organismen sind zwecks Arbeits- und Aufgabenteilung ein selbst organisierter Zellenverband.

Ein Phänomen tritt in den artdiversitären Entwicklungsgeschichten auf: zu konzentrierte Spezialisierung führt letztendlich zum Aussterben. Langfristig überleben werden immer die Organismen mit Allrounder-Talent, die Flexibelsten, die Wandlungsfähigsten, die mit den vielseitigst einsetzbaren Funktionen; kurz, die wirklich Intelligenten. Beispiel:

Die Echsengiganten, die von den meisten ehrfürchtig bestaunten Saurier, die Dinos aller Größenordnungen und Gewichtsklassen - Hauptsache viel, viel größer wie wir - sind echte, beeindruckende Monster (kommt von monströs). Ich glaube, wie einige Experten auch, nicht an ihr meteoritenbegünstigtes Ende. Mit der offensichtlich ungebremst körperlichen Expansion war ihr Aus auf Erden vorprogrammiert. Wohl gemerkt betraf es nur Subspezies der Echsen. Die kleineren, wendigeren, anpassungsfähigeren überlebten bis heute, darunter sind vergleichsweise auch noch immer Giganten wie der Komodowaran oder das Leistenkrokodil. Doch die urzeitlichen Landriesen, manche Exemplare bis 100 Tonnen schwer, waren… klar,

zu groß, zu schwer, zu schwerfällig. Sie überforderten massiv das vorhandene Nahrungsangebot, fraßen als Herde täglich schier ganze Wälder auf und tranken Seen leer. Natürlich hatten sie ebenso Giganten als Feinde, die zweibeinigen Raubsaurier mit ihren reißzahnbewehrten Riesenkiefern als ihr „ökologisches Regulativ“. Sie erreichten ebenso „bedenkliche“ Größen und konnten bis zu 10 Tonnen wiegen, sie wuchsen mit ihrem sehr reduzierten Beuteschema und… manövrierten sich mit ihm in eine unvermeidliche Sackgasse der stammesgeschichtlichen Entwicklung der Echsen. Aussterben passiert klarerweise nicht über Nacht, kann mitunter tausende Jahre andauern. Vorausberechnungen solcher biologischen Finalisierungen ist jedoch reine Spekulation, denn unkalkulierbare Situationen, die X-Faktoren, können Beschleunigungen oder Verzögerungen bewirken.

Vor dem Hintergrund der dramatisch aufbereiteten Evolutionsdynamik der Echsen und ihre hervorgebrachten Dinos sind wir, die Menschen, vom diesem Entwicklungsmechanismus nicht ausgenommen. Die Individuen der derzeit herrschenden Elite, in nächster Generation heute die Altsystemhalter, sind beste Beispiele für Sackgassenentwicklungen. Sie haben ein von Anfang an sehr spezialisiertes System übernommen, sich darin etabliert und sind davon hoffnungslos abhängig. Sackgasse – Ende – Amen. Jährlich grüßt und stirbt der Jedermann am Salzburger Domplatz. Diese Sackgassen-Elite wird wahrscheinlich sehr viele dorthin mitnehmen, viele folgen freiwillig, viele werden dazu genötigt.

Anstatt das Weltfinanzsystem den gemeinsamen Entwicklungsbedürfnissen sinnvoll anzupassen - das Tauschmittel Geld zum interkulturellen, intelligenten Austausch, nämlich zur Schaffung einer globalen Völkerkooperative (Weltkommune) einzusetzen - haben diese Elitären, das Establishment, es erreicht, dass wir uns ihrem kranken Finanzialisierungssystem (Paul Mason) unterworfen haben. Wir opfern uns für tote Materie auf oder lassen uns opfern. Die dahingehende abartigste, leider Gottes schon allseits akzeptierte Formulierung ist: „Wir müssen die Banken retten… wir dürfen die Investoren nicht vergrämen… wir müssen die Wirtschaft retten… überspitzt formuliert, und wer rettet die Menschen vor ihrer eigenen Dummheit?

Die elitäre Truppe und ihre freiwilligen „Opfer“ sind zu regelrechten Verbrauchssauriern mutiert. Gleichzeitig produzieren sie Massen von unschuldigen Opfern, wie z.B. die Abermillionen Hungertoten und Kriegstoten. Das ist ihre Prämisse: „Ich fresse alles, du nix! Alles Spielzeug gehört uns! Die Braven unter euch kriegen bisserl was ab, wenn sie motiviert in unserm Sinn mitspielen und für uns arbeiten!“ Dieses System braucht wegen seiner Giergiganten an der Spitze zu viel an gegebenen Ressourcen, that’s it! Dort hat sich eben dieser psychopathologische Typus festgesetzt, der seinen Mangel an ausgereifter, sich selbst genügender, in sich ruhender Persönlichkeit durch Gehorsamserzwingung zu kompensieren versucht. (sgm. u. a. Arno Gruen)

„Der Kapitalismus ist ein komplexes, anpassungsfähiges System, das an die Grenzen seiner Anpassungsfähigkeit gestoßen ist.“ Auf der Deckblattrückseite des Werkes Postkapitalismus von Paul Mason. Werter Herr Mason, das stimmt so nicht! Komplex ist das kapitalistische System wohl, doch vollkommen unflexibel gegenüber sozialen und ökologischen Anforderungen der Neuzeit. Es ist aber auch nicht Aufgabe und Dogmatik dieses in Wirklichkeit äußerst primitiven Systems des Elitarismus, wo das Leitmotiv Profitmaximierung zum Einzelwohl alle Lebensbereiche durchdrungen hat! Schlichtweg richtig und korrekt wäre zu sagen: „Der Kapitalismus ist ein komplexes, doch äußerst simpel strukturiertes System, das die Völkermassen an die Grenzen ihrer Anpassungsbereitschaft getrieben hat!“

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