RT rief Tural Kerimow an, als der Journalist im Wartezimmer der Kontrollabteilung für Einreisende am Flughafen Istanbul festsaß.
„Um 00:40 Uhr Ortszeit landete ich im Flughafen Istanbul. Zehn Minuten lang hielt man mich an der Passkontrolle auf, danach wurde ich in die Kontrollabteilung begleitet, wo ich ungefähr eine Stunde verbrachte. Ich möchte dabei hervorheben, dass alle Flughafenmitarbeiter und Polizeikräfte äußerst zuvorkommend waren. Ich sollte mich ausweisen. Ich sollte die Bordkarte, den Reisepass, den von der türkischen Medienbehörde ausgestellten Presse-Ausweis und die Niederlassungserlaubnis vorzeigen. Danach erklärte man mir, dass ich eine ʻunerwünschteʼ Person sei und ins Land nicht einreisen dürfe“, sagte Kerimow und fügte abschließend hinzu:
„Um 14:55 fliege ich zurück nach Moskau. Vor zehn Minuten traf ich mich mit einem Vertreter des russischen Konsulats in Istanbul. Auch die Botschaft in Ankara setzt sich mit der Situation auseinander. Ich möchte darauf hinweisen, dass die ʻSputnikʼ-Domain in der Türkei nach wie vor gesperrt ist.“
Die Woche der Einreiseverbote?
Auch ein deutscher TV-Journalist der ARD, der an der türkisch-syrischen Grenze über Flüchtlinge berichten wollte, wurde gestern für sechs Stunden im Istanbuler Flughafen festgehalten, nachdem ihm die Einreise in die Türkei verwehrt wurde.

„Endstation Istanbul. Einreise in Türkei verweigert. Es sei ein Vermerk an meinem Namen. Bin Journalist. Ein Problem?“ schrieb Volker Schwenck, der Chef des ARD Kairo Büro, auf Twitter.
Die türkischen Behörden hätten noch keine Erklärungen dazu abgegeben, berichtet der ARD-Tagesschau-News-Service.
Der Journalist wollte an der syrisch-türkischen Grenze mit syrischen Flüchtlingen sprechen, die ihr Land verlassen, um den Gräueltaten des ‚Islamischen Staats‘ zu entgehen.
Pressefreiheit nach türkischer Art
Die türkischen Behörden verletzen regelmäßig die Meinungsfreiheit und setzen Medien unter Druck. Hohe Wellen schlug der Prozess gegen die Journalisten der oppositionellen Zeitung „Cumhürriyet“, Can Dündar und Erdem Gül, denen man Spionage zur Last legt.
Eine weitere Maßregelung gegen unerwünschte regimekritische Medien war die Einführung der staatlichen Kontrolle in der Medienholding „Feza Publications“, der zwei Zeitungen, drei Magazine, zwei Fernsehkanäle, ein Radiosender und die Nachrichtenagentur „Cihan“ gehören.
Die Türkei versucht diesen Druck auch auf ausländische Journalisten auszuüben: Gegen den ZDF-Moderator Jan Böhmermann, der ein Schmähgedicht gegen den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdoğan verlesen hatte, wurde ein Strafantrag gestellt.
Quelle: RT Deutsch
